10. Gibt es auch Nachteile des Riester-Bausparens?
Nun, wo es Sonne gibt, das gibt es immer auch Schatten - da macht auch das Riester Bausparen keine Ausnahme. Der wohl gravierendste Nachteil der Riester-Darlehen ist die Tatsache, dass die finanzierte Immobilie innerhalb einer 10 Jahresfrist nur dann veräußert werden darf, wenn spätestens vier Jahre nach dem Verkauf eine neue Immobilie erworben wird. Ist das nicht der Fall, wird die Förderung hinfällig und der Sparer muss den 1,5 fachen Betrag des Wohnförderkontos versteuern. Allerdings ist es hierbei auch möglich, das Guthaben des Wohnförderkontos in einen neuen Riester Vertrag anzulegen und so die steuerschädliche und/oder zulagenschädliche Verwendung zu umgehen.Eine Art Nachteil wird auch durch den Tatbestand gestellt, dass eine Wohnung oder ein Haus nicht in jedem Fall eine gute Art der Altersvorsorge sein muss. Sicherlich ist es in der Vergangenheit häufig so gewesen, dass sehr exklusive Grundstücke oder Grundstücke in Ballungszentren stetig an Wert gewonnen haben, im Schnitt verzeichnet die Immobilienbranche aber seit Jahren stark sinkende Nachfragen und damit auch ein absinken des allgemeinen Preisniveaus. In den letzten 10-12 Jahren sind die Immobilienpreise daher im Schnitt um über 30% gefallen. Legt man diese Tatsache zu Grunde, kann man sich leicht ausmalen, dass ein Riester gefördertes Wohnen durchaus auch zu einem Verlustgeschäft werden kann - es ist daher unbedingt notwendig, genau zu schauen, wo man sich eine Immobilie erwirbt und nach Möglichkeit sicherzustellen, dass man auf jeden Fall auch in der Immobilie wohnen bleibt.
Wer nun aber in ein Riester gefördertes Haus einzieht, der denkt vielleicht noch nicht unbedingt daran, dass er eines Tages nicht mehr in der Lage sein wird, die Stufen der Treppe zu nehmen oder das große Haus alleine sauber zu halten. Viele alte Menschen ziehen lieber wieder in kleinere Häuser, Wohnungen oder gleich in ein Haus mit betreutem Wohnen - das ist Fakt.
Selbst wer in seinem Haus oder in seiner Wohnung wohnen bleibt, muss mit hohen Kosten rechnen, denn schließlich muss auch eine Immobilie stetig unterhalten werden. Wer daher den Schritt in die eigenen vier Wände geht, der sollte auch nach der Entschuldung des Hauses nicht aufhören, sich finanzielle Rücklagen anzusparen - irgendwann wird mit Sicherheit wieder eine größere Investition fällig.
Das grundsätzliche Problem dabei ist nun aber, dass altersgerechte Umbauten im Sinne der Riester Förderung nicht förderungswürdig sind, also nicht mit einem Riester Darlehen in Angriff genommen werden können. Dies wiederum führt dazu, dass vielen alten Menschen das notwendige Kapital fehlt, um diese Umbauten auch wirklich durchführen zu können.
Zwar könnte man dies Problem einfach durch das Abschließen eines separaten Sparvertrages umgehen, die Erfahrung zeigt jedoch, dass kaum Menschen bereit sind, diese monatlichen Zahlungen noch zusätzlich zu den sonstigen Belastungen zu schultern. In vielen Fällen ist es daher notwendig, Kredite aufzunehmen – sollten diese allerdings nicht gewährt werden, bleibt oft nur der Umzug in eine andere Immobilie.
Riester-Bausparen Informationen :
- 1. Riester-Bausparen - Die Vorgeschichte
- 2. Was ist "Riestern"?
- 3. Wer ist förderfähig?
- 4. Was hat Bausparen mit Altersvorsorge zu tun?
- 5. Rechenbeispiel: Riester-Bausparen
- 6. Das Wohnförderkonto
- 7. Kapitalübertragung auf's Riester-Bausparkonto
- 8. Welche Vorteile bringt das Riester-Bausparen?
- 9. Welche Bedingungen gibt's für die Förderung?
- 10. Gibt es Nachteile des Riester-Bausparens?
- 11. Was passiert im Fall von Insolvenz / Hartz IV?
- 12. Wo gibt es den besten Riester-Bausparvertrag?
- 13. Was gibt es beim Abschluss noch zu beachten?
- 14. Zusammenfassung Riester-Bausparen